25.09.2017

Gesunde Arbeitsbedingungen zahlen sich aus

Faktor für Wohlbefinden und Leistung

© Maksim Šmeljov - Fotolia

Die moderne Arbeitswelt verlangt den Beschäftigten immer mehr ab: Wettbewerbsdruck und Innovationstempo erhöhen die Anforderungen, die Mitarbeiter müssen ständig Neues lernen und in neuen Organisationsformen umsetzen, und dies vielfach auf unsicheren Arbeitsplätzen. Solche Arbeitsbedingungen gefährden zunehmend auch die psychische Gesundheit.

Das bedeutet konkret, dass das Denken und die Gefühle der Mitarbeiter so negativ beeinflusst werden, dass Leistungsminderung und Fehlzeiten die Folge sind. Das kann kein Betrieb wollen. Arbeitgeber sollten daher bei der Gestaltung der Arbeitsbedingungen auch psychische Belastungsfaktoren bedenken und abbauen. Dazu sind sie übrigens auch nach dem Arbeitsschutzgesetz verpflichtet.

Arbeitsbedingungen können psychisch krank machen

Gehen Sie als Arbeitgeber davon aus, dass jeder Mitarbeiter seine individuelle Leistungsfähigkeit auf seinem Arbeitsplatz entfalten will und als Person wertgeschätzt werden möchte. Bei schlechten Arbeitsbedingungen leiden Arbeitnehmer vor allem unter Stress, Ermüdungsgefühlen, Sorgen, Gefühlen der Ohnmacht, Minderwertigkeit und Missachtung. Viele reagieren über kurz oder lang auch mit psychosomatischen Störungen wie Rückenschmerzen oder Tinnitus. Mancher bekommt eine depressive Verstimmung oder einen Burnout. Meistens sinkt die Arbeitsleistung, das soziale Verhalten ändert sich (Konflikte oder Rückzug), die Fehlzeiten steigen. Der Betrieb hat Produktivitätseinbußen.

Wo können Unternehmen ansetzen?

  • Arbeitsaufgaben: Die Arbeit sollte möglichst vielfältig, abwechslungsreich, sinnvoll und vollständig sein mit variierendem Belastungsniveau. Menge und Schwierigkeitsgrad dürfen weder über- noch unterfordern.
  • Arbeitsorganisation: Psychisch belastend sind vor allem ständiger Zeitdruck, ständige Störungen, stoßweiser Arbeitsanfall und schlecht organisierte Arbeitsprozesse. Darüber hinaus sind Lage und Dauer der Arbeitszeit gesundheitsrelevant: negativ wirken sich wechselnde oder lange Arbeitszeiten, ungünstig gestaltete Schichtarbeit, Nachtarbeit und unflexible Arbeitszeiten aus.
  • Soziale Beziehungen, Führungsverhalten: Ein großer psychischer Belastungsfaktor ist ungünstiges Führungsverhalten. Mitarbeiter brauchen Wertschätzung, Anerkennung und konstruktive Kritik. Die Führungskraft soll auch für ihre Sorgen ansprechbar sein, vor allem bei Umstrukturierungen oder Personalabbau. Arbeitnehmer benötigen ein soziales Umfeld im Betrieb, das zu ihrer Persönlichkeit passt, also für den einen mehr Umgang mit Menschen und Arbeit im Team, für den anderen weniger. Die sozialen Kontakte zu den Kollegen müssen aber gewährleistet sein.

Im ersten Schritt sollten die psychischen Belastungsfaktoren im Betrieb analysiert werden. Betriebliche Gesundheitsexperten helfen dabei.

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